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Bye, bye, David - we will miss you!
David Coulthard über die Beweggründe für seinen Rücktritt und den geplatzten Traum vom WM-Titel - 13 Grand-Prix-Siege, tolle Statistikwerte
(Motorsport-Total.com/sid) - Formel-1-Urgestein David Coulthard steigt aus und macht den Weg frei für Jungspund Sebastian Vettel. Der Schotte kündigte am Donnerstag vor dem Heimspiel in Silverstone seinen Rücktritt zum Saisonende an.
"Ich wollte die Entscheidung treffen, solange ich noch Spaß an meinem Beruf habe", sagte Coulthard. Der mit 37 Jahren dienstälteste Pilot legt Wert darauf, dass er den Helm nicht an den Nagel hängt: "Das werde ich sicher nicht tun. Ich bleibe dem Motorsport erhalten, aber in einer anderen Form." So werde er sich künftig als Berater bei Red Bull in die Test- und Entwicklungsarbeit einbringen.
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Vettel als Coulthards Nachfolger
Nachfolger Coulthards bei Red Bull soll angeblich das deutsche Talent Vettel werden. Der Hesse, der von BMW ausgebildet wurde, fährt derzeit für das Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso und feierte am Donnerstag seinen 21. Geburtstag. Vettels künftiger Teamkollege wäre wohl der Australier Mark Webber, der am Donnerstag signalisierte, dass er auch 2009 für Red Bull starten wird.

Ausdrücklich bedankte sich Coulthard bei Mercedes und Norbert Haug, dem Sportchef der Stuttgarter: "Das sind echte Racer - durch und durch." Haug, der von der Bekanntgabe keineswegs überrascht war, wird den Schotten vermissen: "Wir waren neun Jahre zusammen in der Formel 1 unterwegs. David ist ein großer Charakter, ein großer Rennfahrer und ein noch größerer Freund", sagte Haug.
Coulthard fährt seine insgesamt 15. Saison in der Königsklasse. Seine größten Erfolge feierte er als Teamkollege des zweifachen Weltmeisters Mika Häkkinen bei McLaren-Mercedes. "DC", wie der Schotte von seinen Freunden nur genannt wird, fuhr bisher 236 Grands Prix. Dabei stand er zumeist im Schatten der wesentlich prominenteren und letztlich auch erfolgreicheren Teamkollegen.
Die Entscheidung zum Rücktritt habe er schon früher in diesem Jahr getroffen und bewusst Silverstone als Bühne gewählt: "Ich habe dort zwei meiner 13 Siege gefeiert, das wird jeder verstehen." Und er sei außerdem Mitglied des veranstaltenden British Racing Drivers Clubs. Er sei stolz auf seine Arbeit bei Red Bull, meinte Coulthard und versprach: "Ich werde bis zur letzten Runde beim Finale in Brasilien mit der gleichen Hingabe fahren."
Außerhalb des Cockpits haftete ihm der Ruf eines Playboys an. Er habe es auf viel mehr Frauen gebracht als auf Siege, witzelten einst seine Fahrerkollegen. Coulthard ist der Gentleman unter den Rennfahrern, er ist stets höflich, hat gute Manieren und ist immer freundlich zu den Fans.
"DC" kann auch ohne WM-Titel schlafen
Coulthard fuhr viele Jahre für die beiden Topteams Williams und McLaren-Mercedes. Dass er den Traum vom WM-Titel nie verwirklichen konnte, stört ihn offenbar nicht sehr: "Es ist nicht so, dass ich nachts nicht schlafen kann, weil ich keinen WM-Titel habe." So sei er nicht aus Zufall so lange in der Formel 1 gewesen, sondern weil er es verdient habe.
Mit seinen 13 Siegen ist Coulthard der zweiterfolgreichste Fahrer hinter dem Engländer Stirling Moss (16), der nie Weltmeister war. 2001 wurde er hinter Michael Schumacher Vizeweltmeister, insgesamt viermal (1995, 1997, 1998 und 2000) war er WM-Dritter. Eine feste Größe ist Coulthard in der ewigen Punktetabelle der Königsklasse. Dort belegt er mit 533 Zählern den vierten Platz hinter Michael Schumacher, Alain Prost und Ayrton Senna.
Coulthard hatte 1994 nach dem Tod des Brasilianers Senna dessen Platz bei Williams eingenommen und war am 14. Mai 1994 in Barcelona sein erstes Rennen gefahren. Von 1996 bis 2004 bildete er bei McLaren-Mercedes mit dem Finnen Mika Häkkinen eines der erfolgreichsten Fahrerduos der Formel-1-Geschichte, bis er 2005 zu Red Bull wechselte.
Unvergessen ist sein Regencrash mit Michael Schumacher 1998 in Spa-Francorchamps, nach dem ihm der Kerpener erbost an den Kragen gehen wollte. Ein Wendepunkt in seiner Einstellung zum Leben war ein Flugzeugabsturz am 2. Mai 2000, den er unverletzt überlebte - und nur fünf Tage danach fuhr er wieder ein Rennen: natürlich in Barcelona.











